2007/02/12

Pilotprojekt in Wien "Ich schau auf mich"

  • 900 Frauen erkranken jährlich in Wien,
  • 5.000 österreichweit,
  • bei jeder 9. Frau wird im Lauf ihres Lebens Brustkrebs diagnostiziert

24.000 Frauen ab 50 Jahren in den Wiener Bezirken 15, 16 und 17 sind ab März eingeladen, einee kostenlose Mammographie zur Brustkrebs-Früherkennung durchführen zu lassen. Die Teilnahme ist unabhängig von einer Sozialversicherung.

Die Bezirke wurden deshalb gewählt, da hier mehr Frauen mit geringerem Einkommen leben und diese auch weniger oft Vorsorgeuntersuchungen annehmen.

Ab März gehen täglich 200 mehrsprachige Einladungen an Frauen ab 50 Jahren, zu einer kostenlosen Mammographie zu kommen. Bei Bedarf sind weitere Untersuchungen vorgesehen.

Eventuell notwendige Therapien & Nachbetreuung werden von zwei Wiener Krankenhäusern übernommen.

Die Kosten der Aktion werden von der Stadt Wien, der Wiener Gebietskrankenkasse und dem Bund übernommen. Ist das Projekt erfolgreich, soll es auf weitere Bezirke ausgeweitet werden.

2007/02/06

Was dieses Forum NICHT ist und was es sein will

Nun eigentlich ist dieses "Forum" ja ein Blog, aber wir wollen das nicht so eng sehen. Vorweg:

Dieses Forum ist ausdrücklich keine medizinische Plattform!

Wir waren die letzten beiden Jahre in außergewöhnlich menschlicher & kompetenter Betreuung & Behandlung (jawoll, wir, denn ich bin auch gleich "verarztet" worden >;o)
Daher der Link am Fuß der Seite. Dr. Habertheuer war der Onkologe meiner Mutter und ist seither auch mein Internist.
Zudem habe ich seine WebSite entworfen und betreue diese auch weiterhin.

Dieser Blog ist allerdings meine private Initiative und will nichts weiter sein als ein Treffpunkt für betroffene Frauen & Angehörige.

Derzeit dürfen Kommentare zu Beiträgen von allen UserInnen geschrieben werden, die Freischaltung erfolgt allerdings erst nachdem ich diese geprüft habe. Muß erst testen, wieviel Spam sich hier sammeln wird.

Beiträge verfassen und selbständig veröffentlichen dürfen alle interessierten/betroffenen Frauen. Schick mir einfach ein Mail an eliZZZa @ eliZZZa.net (Leerzeichen aus der Mail-Adresse löschen!) und ich gebe Dir einen Autorinnen-Zugang.

Das Wie & Warum...

Wie schon erwähnt, lebe ich mit dem Gefühl, daß meine Mutter noch leben könnte, hätten wir 1996 mehr über das Thema Brustkrebs gewußt.

Aber die ganze Geschichte beginnt schon ein Jahr vorher, als meine Mutter ihren Hausarzt auf einen Knoten in ihrer linken Brust aufmerksam machte. Worauf dieser sie ein Jahr lang mit Rheumasalbe behandelte!!! Ich wußte nichts von alledem.
Erst als meine Mutter immer wieder insistierte, schrieb der Arzt höchst unwillig eine Zuweisung zur Mammographie - ein wertvolles Jahr war verstrichen...
Dann ging alles blitzschnell, drei Tage nach dem 70. Geburtstag meines Vaters wurde bei meiner Mutti ein bösartiger Knoten entfernt. Meine Mutter war 69. Der Chirurg meinte beschwichtigend, der Knoten wäre ohnehin sehr klein gewesen und früh entdeckt worden... Ein Onkologe war nicht involviert.
Außer der Verschreibung von Novaldex und halbjährlichen Untersuchungen bei der Gynäkologin wurde keine Nachbehandlung verordnet.

Zu der Zeit habe ich das alles nur sehr peripher miterlebt, Mutti hat "die Sache" heruntergespielt und ist zur Tagesordnung übergegangen. Ich muß dazu sagen, daß meine Eltern zu der Zeit alles andere als "greis" waren und ein völlig selbständiges Leben geführt haben. Mein Drängen, den Hausarzt zu wechseln, wurde vom Tisch gewischt.

Im Jahr 2000 entdeckte meine Mutter dann Knötchen an der Operationsnarbe - Hautmetastasen, wie sich herausstellte. Eine Mastektomie folgte, diesmal in Wien und wir wurden an die onkologische Station eines Wiener Krankenhauses verwiesen. Dort unterzog sich meine Mutti dann einer Stahlentherapie. Chemotherapie wurde leider keine vorgenommen.

2004 hatte die Krankheit dann ins Bauchfell gestreut. Im Sommer wurde eine Chemotherapie begonnen. Im August dann die Katastrophe - mein Vater (mittlerweile im 78. Lebensjahr) war im Garten des Nachbarn gestürzt. Trotzdem meine Mutter den (nämlichen) Hausarzt dreimal nach Hause gerufen hatte, hielt dieser Untersuchungen nicht notwendig und verschrieb schwere Antibiotika (!!!).

Nachdem ich nun die Fahrten ins Krankenhaus zur Chemo übernommen hatte, war ich nun auch "näher" involviert. Vater verhielt sich merkwürdig, mir wurde die Sache unheimlich und ich brachte ihn ins Krankenhaus (gleich bei mir in der Nähe).
Ich mach´s kurz: Der "Sturz" war ein schwerer Herzinfarkt gewesen und mein Vater verstarb zwei Wochen später.

Das war ein unglaublicher Schock für meine Mutti, sie mußte die Chemotherapie abbrechen und hat sich seither nicht mehr wirklich erholt, obwohl sie mit eiserner Disziplin und unglaublichem Galgenhumor gekämpft hat - bis vor einem halben Jahr ist sie noch selber Auto gefahren und war völlig selbständig. Übrigens - das Foto zeigt sie vor zwei Jahren kurz vor dem Tod meines Vaters.

Ich hab jetzt viele Details weggelassen, will Euch nicht gleich überstrapazieren.

Wir hatten eine sehr innige Beziehung und haben die letzten zwei Jahre sehr intensiv miteinander erlebt. Ich bin dankbar dafür, daß ich so lange Zeit hatte, mich zu verabschieden.
Ich habe viel über das Abschiednehmen und Loslassen gelernt und ich habe gelernt, wie kostbar jeder Moment unseres Miteinanders mit lieben Menschen ist...

Paar Worte über mich

Vielleicht sollte ich mich mal kurz vorstellen:
Ich bin 50 Jahre alt (meine Mutti wäre am Samstag 80 geworden), ich arbeite seit 12 Jahren als Internet-Konzeptionistin und seit etwa 5 Jahren als Trainerin für Webproduktion.
Ich lebe mit Kater Stiefel seit 21 Jahren in Wien. Im Netz kennt man mich als eliZZZa.

Wenn Du mehr über mich wissen willst, kannst Du gerne im eliZZZa.net blättern.
Achja, mein blutrünstiges Hobby sollte ich Dir nicht verschweigen - ich betreibe die weltweit größte Datenbank über Serienkiller. Echt.
Keine Sorge - alle anderen Leidenschaften sind total friedlich, 9 Aquarien, zahlreiche Orchideen, Freestyle Häkeln, echte Blumen in Acryl verewigen, Videos sammeln, Blogs schreiben u.v.m.

Der Anlaß, warum ich dieses Forum eröffne...


... ist ein trauriger - meine Mutti ist am 5. Jänner 2007 verstorben. Da ich seit dem überraschenden Tod meines Vaters 2004 mit meiner Mutter eine sehr intensive Zeit verbracht habe - sie litt seit 1997 an Brustkrebs, habe ich viele Menschen, großteils Frauen aller Altersgruppen mit einem ähnlichen Schicksal kennengelernt.

Ich habe mit meiner Mutter und vielen der Frauen viele schöne, tiefsinnige, nachdenkliche aber auch heitere Gespräche geführt (ja wir haben Tränen gelacht!) und das möchte ich nun nicht missen. Obwohl ich nicht selbst betroffen bin, haben mir diese Gespräche immer sehr geholfen - fühlte ich mich als "nur Angehörige" oft sehr hilflos... Und ich glaube, auch ich konnte in diesen Gesprächen oft ein bißchen Mut machen.

Kurz - bevor ich noch längere Abhandlungen über das Wie & Warum loslasse - wenn Du hier ebenfalls Beiträge verfassen möchtest, schicke mir eine eMail an eliZZZa @ eliZZZa.net (die Leerzeichen bitte weglassen!) und ich sende Dir mailwendend eine Einladung, hier mitzuschreiben.

Ich freu mich schon auf unseren Austausch!
eliZZZa