Wie schon erwähnt, lebe ich mit dem Gefühl, daß meine Mutter noch leben könnte, hätten wir 1996 mehr über das Thema Brustkrebs gewußt.
Aber die ganze Geschichte beginnt schon ein Jahr vorher, als meine Mutter ihren Hausarzt auf einen Knoten in ihrer linken Brust aufmerksam machte. Worauf dieser sie ein Jahr lang mit Rheumasalbe behandelte!!! Ich wußte nichts von alledem.
Erst als meine Mutter immer wieder insistierte, schrieb der Arzt höchst unwillig eine Zuweisung zur Mammographie - ein wertvolles Jahr war verstrichen...
Dann ging alles blitzschnell, drei Tage nach dem 70. Geburtstag meines Vaters wurde bei meiner Mutti ein bösartiger Knoten entfernt. Meine Mutter war 69. Der Chirurg meinte beschwichtigend, der Knoten wäre ohnehin sehr klein gewesen und früh entdeckt worden... Ein Onkologe war nicht involviert.
Außer der Verschreibung von Novaldex und halbjährlichen Untersuchungen bei der Gynäkologin wurde keine Nachbehandlung verordnet.
Zu der Zeit habe ich das alles nur sehr peripher miterlebt, Mutti hat "die Sache" heruntergespielt und ist zur Tagesordnung übergegangen. Ich muß dazu sagen, daß meine Eltern zu der Zeit alles andere als "greis" waren und ein völlig selbständiges Leben geführt haben. Mein Drängen, den Hausarzt zu wechseln, wurde vom Tisch gewischt.
Im Jahr 2000 entdeckte meine Mutter dann Knötchen an der Operationsnarbe - Hautmetastasen, wie sich herausstellte. Eine Mastektomie folgte, diesmal in Wien und wir wurden an die onkologische Station eines Wiener Krankenhauses verwiesen. Dort unterzog sich meine Mutti dann einer Stahlentherapie. Chemotherapie wurde leider keine vorgenommen.
2004 hatte die Krankheit dann ins Bauchfell gestreut. Im Sommer wurde eine Chemotherapie begonnen. Im August dann die Katastrophe - mein Vater (mittlerweile im 78. Lebensjahr) war im Garten des Nachbarn gestürzt. Trotzdem meine Mutter den (nämlichen) Hausarzt dreimal nach Hause gerufen hatte, hielt dieser Untersuchungen nicht notwendig und verschrieb schwere Antibiotika (!!!).
Nachdem ich nun die Fahrten ins Krankenhaus zur Chemo übernommen hatte, war ich nun auch "näher" involviert. Vater verhielt sich merkwürdig, mir wurde die Sache unheimlich und ich brachte ihn ins Krankenhaus (gleich bei mir in der Nähe).
Ich mach´s kurz: Der "Sturz" war ein schwerer Herzinfarkt gewesen und mein Vater verstarb zwei Wochen später.
Das war ein unglaublicher Schock für meine Mutti, sie mußte die Chemotherapie abbrechen und hat sich seither nicht mehr wirklich erholt, obwohl sie mit eiserner Disziplin und unglaublichem Galgenhumor gekämpft hat - bis vor einem halben Jahr ist sie noch selber Auto gefahren und war völlig selbständig. Übrigens - das Foto zeigt sie vor zwei Jahren kurz vor dem Tod meines Vaters.
Ich hab jetzt viele Details weggelassen, will Euch nicht gleich überstrapazieren.
Wir hatten eine sehr innige Beziehung und haben die letzten zwei Jahre sehr intensiv miteinander erlebt. Ich bin dankbar dafür, daß ich so lange Zeit hatte, mich zu verabschieden.
Ich habe viel über das Abschiednehmen und Loslassen gelernt und ich habe gelernt, wie kostbar jeder Moment unseres Miteinanders mit lieben Menschen ist...
2007/02/06
Das Wie & Warum...
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